Eine Analyse zu den Ursprüngen des syrischen Bürgerkriegs

Assad
Präsident Baschar al-Assad (1)

1. „Tag des Zorns“
Viele berühmte Persönlichkeiten führen einen Beinamen, der eine charakteristische Eigenschaft beschreiben soll: „Karl der Kahle“ hatte vermutlich wenig Haare, „Pippin der Kurze“ war klein, und Elvis ist einfach „der King“, obwohl er nicht von adliger Abstammung ist. Wenn nun der syrische Präsident in den Medien unermüdlich „Assad der Schlächter“ genannt wird, dann braucht man gar nicht weiter nachzufragen – oder etwa doch?
Es ist nicht verwunderlich, dass kaum jemand über die Anfänge, bzw. Hintergründe des syrischen Bürgerkriegs unterrichtet ist: Schließlich finden zum in Frage stehenden Zeitpunkt fast überall in der arabischen Welt Demonstrationen für Demokratie, Freiheit und andere lobenswerte Dinge statt. Der Fokus der Aufmerksamkeit ist auf Ägypten und Tunesien gerichtet, später auf Libyen. Die Nachrichten in der westlichen Presse über Syrien sind eher spärlich – was nicht unwesentlich daran liegt, dass sich zunächst nicht viel tut. Das syrische Volk zeigt wenig Lust, zu demonstrieren, als syrische Aktivisten – die großenteils im Ausland sitzen – über Facebook den 4. Februar 2011 zu einem „Tag des Zorns“ nach
ägyptischem Vorbild ausrufen. (Wie sich später herausstellte, war der Initiator Fida al-din Al-Sayed Issa, der in Schweden lebt und dem Verbindungen zur Muslimbruderschaft nachgesagt werden.) „Al Jazeera“ sagt vorher, dass die Straßen leer bleiben werden – und soll recht behalten. Die westlichen Medien zeigen sich enttäuscht [1,2,3]: Der Unwille der syrischen Bevölkerung, für Freiheit und Demokratie einzutreten, wird dadurch erklärt, dass sich die Leute vor den Schergen des Diktators fürchten. „Die Zeit“ gibt indes zu bedenken: „Die Syrer haben beobachtet, wie das Nachbarland nach dem Sturz Saddam Husseins im Chaos versank. Sie fürchten, dass eine Schwächung der Zentralregierung auch in Syrien eine Welle der Gewalt zwischen den religiösen Gruppen auslösen könnte.“ Und „Al Jazeeras“ Urteil lautet gar: „Im Gegensatz zu Ägypten besteht kein Verlangen nach einem Regime-Change in Syrien. Der Präsident ist nicht so verhasst wie Mubarak, und er hat auch nicht den Kontakt zum Volk verloren. Der lokale Kontext ist sehr verschieden, und die Armutsrate ist signifikant niedriger als in Ägypten.“ [4] Letzteres bestätigt auch die „FAZ“: „Auch Kritiker Assads räumen ein, dass seit seinem Amtsantritt 2000 ein erfolgreicher Prozess wirtschaftlicher Öffnung stattgefunden hat. Die Arbeitslosigkeit ist seitdem schrittweise gesunken, offiziell lebt nur einer von zehn Syrern in Armut – verglichen mit vierzig Prozent in Ägypten, das zwischen 1958 und 1961 in einem kurzlebigen Staatenbund namens Vereinigter Arabischer Republik mit Syrien vereint war.“
In Syrien scheinen bestimmte Websites, wie z.B. Facebook, von 2007 bis zum 8. Februar 2011 blockiert gewesen zu sein, was jedoch leicht über Proxy-Server umgangen werden konnte. [5,6] Die Behauptung, die unter anderem in „Der Welt“ und „Der Zeit“ zu lesen ist, die Regierung habe am „Tag des Zorns“ das Internet abgestellt, ist wohl nicht zutreffend. In den Kommentaren zu besagtem „Zeit“-Artikel sagt ein Leser, der in Syrien lebt, das Internet habe den ganzen Tag über funktioniert, nicht einmal verlangsamt sei es gewesen. Die Internetplattform „Global Voices“ gibt Reaktionen von Twitter-Usern aus Syrien wieder, die sich entrüstet über die Behauptung beschweren, das Internet sei abgestellt gewesen. [7]

2. Hintergründe
In der syrischen Gesellschaft gibt es drei potenzielle Unruheherde.
1) Politisch-gesellschaftliche Reformen sind notwendig. Seit 1963 hat die Baath-Partei die alleinige Regierungsgewalt inne, ein Notstandsgesetz schränkt die Versammlungsfreiheit ein und gestattet Verhaftungen, wenn Sicherheitsbedenken vorliegen. Demonstrationen sind nicht praktisch nicht erlaubt.
2) Die Bevölkerung gehört großenteils der sunnitischen Glaubensrichtung an, während der Präsident einer alawitischen Familie entstammt und auch die Schlüsselpositionen in Regierung und Militär von Alawiten besetzt sind. Der Norden ist von Kurden besiedelt, von denen etwa dreihunderttausend aufgrund einer umstrittenen Volkszählung im Jahre 1962 die syrische Nationalangehörigkeit nicht zuerkannt wird. [8] Diese Situation wird in den Medien gerne zu einem religiös-ethischen Konflikt hochstilisiert, hat in der Praxis jedoch wenig Relevanz. Der sunnitische Mittelstand unterstützt Präsident
Assad, dessen Ehefrau selbst Sunnitin ist. Nicht anders steht es um die in Syrien lebenden Klans, welchen seit den siebziger Jahren weitgehende Unabhängigkeit zugestanden wird, solange sie der Regierung gegenüber loyal bleiben. Einige der Stammesältesten repräsentieren ihren Distrikt sogar im Parlament. Allerdings scheint die jüngere Generation durchaus anfällig für radikalislamistische Ideologien zu sein. [9] Was die Kurden betrifft, so betont Omar Ossi, der Vorsitzende der „Nationalen Initiative für syrischen Kurden“ zu Beginn der Krise, dass die syrischen Kurden nationalistisch seien und keine separatistischen Absichten hegten. [10a] Interessant ist auch, dass die Drusen, von denen der Aufstand gegen das französische Mandat 1925 ausging, sich für Präsident Assads Regierung aussprechen und sich aus den Kampfhandlungen heraushalten. Religiöse Minderheiten wie Christen fühlen sich durch Assads säkulare Politik geschützt [10b,c]. Im Juli 2009 lud die Universität Heidelberg zu einem Kolloquium ein, bei dem Syrien als Musterbeispiel eines friedlichen Zusammenlebens verschiedener Konfessionen dargestellt wurde [10d]: „Der Vordere Orient wird in Europa als Konfliktregion wahrgenommen. Dagegen leben in Syrien, das im Westen gelegentlich zu den ‚Schurkenstaaten‘ gezählt wird, bereits seit langer Zeit eine Vielzahl von Völkern und Religionsgemeinschaften friedlich miteinander. Mit ‚Syrien – Heimat verschiedener Sprachen, Religionen und Kulturen‘ befasst sich jetzt ein Kolloquium im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg, das am 21. und 22. Juli stattfindet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das syrische Modell friedlicher Koexistenz ein Beispiel für andere Länder des Vorderen Orients sein kann. Unterstützt wird diese Tagung, die vom Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients veranstaltet wird, durch die Fritz-Thyssen-Stiftung. ‚In keinem anderen Land dieser Region leben so viele verschiedene Völker mit unterschiedlichen Religionen und Sprachen wie in Syrien‘, erklärt Prof. Dr. Werner Arnold, Inhaber des Heidelberger Lehrstuhls für Semitistik und Organisator des Kolloquiums: Araber, Westaramäer, die ostaramäischen Assyrer und Syrer, Armenier, Tscherkessen, Tschetschenen, griechisch sprechende Muslime aus Kreta, Dom, Kurden, Türken und Turkmenen. Gesprochen werden hauptsächlich semitische, aber auch indoeuropäische und Turksprachen. Zudem sind alle großen Religionsgemeinschaften – Islam, Christentum, Judentum – vertreten. Dass das Zusammenleben auf friedliche Weise funktioniert, liegt, so Werner Arnold, ’nicht zuletzt an der überkonfessionellen Doktrin der arabisch-nationalistischen Baath-Partei, die in der Hauptstadt Damaskus regiert‘.“
3) Die sunnitischen Bauern in den ländlichen Regionen, allen voran Daraa, wo die Demonstrationen dann auch ihren Anfang nehmen, sind hingegen unzufrieden. Der Grund hierfür ist nicht, dass sie darunter leiden würden, von einem Alawiten regiert zu werden. Daraas Bevölkerung gilt als loyal zum Regime. Vielmehr werden die Leute von einer vierjährigen Dürre geplagt, die ihre Ernten vernichtet. Die Regierung trägt an der schlechten Situation der Landbevölkerung nur insofern Schuld, als sie einige Landwirtschaftsreformen, insbesondere die Bewässerung betreffend, nicht erfolgreich hatte umsetzen können. [11a] „Die Bewaffnung begann in ländlichen Gegenden und in städtischen Arbeiterklasse-Gebieten. Dort war die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Männer Waffen besaßen; Männer, die eher den Mut – und das Gewaltpotential – besaßen, das erfordert ist, um gegen Sicherheitskräfte vorzugehen. Sie hatten mehr Sorgen und weniger zu verlieren als Aktivisten der Mittel- oder Oberklasse mit Universitätsabschluss“, sagte der Reporter Nir Rosen, der Ende 2011/Anfang 2012 mehrere Monate bei der syrischen Opposition verbracht hatte, in einem Interview mit „Al Jazeera“. [11b]

Von den drei genannten Punkten ist der dritte mit Abstand der gewichtigste.

3. Präsident Assads Reformpolitik
Bei seinem Amtsantritt wurden große Hoffnungen in den jungen Präsidenten gesetzt – insbesondere in der westlichen Welt –, der sein Medizinstudium teilweise in England absolviert hatte. Und in der Tat setzte er einige ökonomische und soziale Reformen um. Ankündigungen zur Aufhebung des Notstandsgesetzes und eine Änderung des Artikels 8 der Verfassung, welcher die Herrschaft des Staates der Baath-Partei unterstellt, wurden jedoch nicht verwirklicht.
2008 kommen Vertreter arabischer Regierungen, u. a. Syrien, zu einer von der EU geförderten Konferenz in Kairo zusammen, um Strategien zur Verbesserungen der Versammlungsfreiheit zu besprechen: „Konkret geht es bei dem auf drei Jahre angelegten Projekt, das vom Stiftungsbüro Amman koordiniert wird, um folgendes: In Ägypten, Jordanien, Libanon, Palästina und in Syrien sollen die nationalen Gesetze in Bezug auf die Vereinigungsfreiheit für politische Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften liberalisiert und internationalen Standards angepasst werden.“ [12] Noch kurz vor Ausbruch der Krise betont der syrische Präsident gegenüber dem „Wall Street Journal“, dass Reformen in Planung seien. [13] Zur Situation in Syrien bemerkt er: „Ägypten ist von den Vereinigten Staaten unterstützt worden, während wir [Syrien] von den meisten Ländern unter Embargo gesetzt sind. Die Wirtschaft wächst trotzdem, aber vielen Grundbedürfnissen der Bevölkerung kann nicht nachgekommen werden. (…) Immer werden wir zur Eile angehalten – während man gleichzeitig ein Embargo über uns verhängt!“ Gemeint ist der „Syria Accountability and Lebanese Sovereignty Restoration Act“ von 2003, in welchem Syrien unter US-Sanktionen gestellt wurde. Gemäß der Sektion 311 des „Patriot Act“ wurden auch Sanktionen gegen die Syrische Kommerzbank erlassen. Assad hatte ursprünglich vorgehabt, Syrien für westliche Investoren zu öffnen – diese schreckten jedoch aufgrund der US-Sanktionen vor einer Zusammenarbeit mit Syrien zurück. Durch die Sanktionen ergaben sich große Probleme für den Finanzsektor und die Telekommunikation, mit deren Hilfe die Wirtschaft hätte globalisiert werden sollen. Syrien wurde unter der Bush-Administration offiziell auf die „Achse des Bösen“ gesetzt – die Wurzeln der Feindschaft reichen jedoch mehrere Jahrzehnte zurück. Aufgrund der panarabischen Ideologie der Baath-Partei sieht sich Syrien als Schutzmacht der Palästinenser und nimmt gegenüber den USA, welche einer der größten Unterstützer Israels ist, eine ablehnende Haltung ein. Hinzu kommt, dass die sozialistische Baath-Regierung im Kalten Krieg der Sowjetunion nahestand und auch in der heutigen Zeit einen prorussischen Standpunkt vertritt.

Präsident Assad selbst äußert sich zu seiner innenpolitischen Reformpolitik in seiner Rede vor dem Parlament am 30. März 2011 wiefolgt [15]: Seit 2010 werde an einer Aufhebung des Notstandsgesetzes und einer Änderung des Parteiengesetzes gearbeitet, welche Maßnahmen bereits 2005 auf dem Baath-Parteitag beschlossen worden seien. Der Grund, weshalb die Umsetzung derart schleppend vor sich ginge, liege in dem Umstand begründet, dass sich die Region – und damit auch Syrien als Teil dieser Region – seit dem Attentat auf das World Trade Center kontinuierlich Spannungen ausgesetzt sehe [2000: Zweite Intifada, 2001: Afghanistankrieg, 2003: Dritter Golfkrieg, 2005: Ermordung al-Hariris, 2006: Libanonkrieg (Beziehungen zu USA und Israel sind ab diesem Zeitpunkt äußert schlecht), 2008: Israels Operation „Gegossenes Blei“ gegen den Gaza-Streifen] und daher außenpolitische Belange sowie die Sicherung der Stabilität Syriens höhere Priorität genossen hätten als innenpolitische Reformen. Dies rechtfertige freilich die Verzögerungen nicht. Es sei jedoch betont, dass die Regierung nicht reformunwillig sei. Er wisse aufgrund persönlicher Kontakte, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung mit Fragen der Lebensqualität beschäftigt sei und die Aufhebung des Notstandsgesetzes erst an zweiter Stelle käme. Den Lebensstandard betreffende Fragen mussten also bislang in der Innenpolitik im Vordergrund stehen. In seinem Interview mit dem „Wall Street Journal“ führt der Präsident zudem aus, dass eine Reform mehr sei als eine Unterschrift auf einem Gesetzesentwurf: Es müssten erst die nötigen Einrichtungen aufgebaut werden, um sie umsetzen zu können.

4. Demonstrationen
Daraa ist eines von vierzehn Gouvernements in Syrien. Es liegt im Süden des Landes und grenzt direkt an Jordanien. In jedem Gouvernement residiert ein Gouverneur, der u. a. für die Verwaltung, die Gesundheitsversorgung und die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung zuständig ist. Recht und Ordnung in Daraa liegen in den Händen des Polizeichefs der Provinz, Atef Najib, eines Cousins Baschar al-Assads. Najib ist der Bevölkerung verhasst. Ende Februar 2011 lässt er eine Gruppe [16] Halbwüchsige (Durchschnittsalter circa 15) festnehmen, weil diese regierungskritische Sprüche wie „Nieder mit der Regierung“ und „Du bist an der Reihe, Doktor“ an die Schulwand geschmiert haben. [17a, 17b] Nach der Darstellung eines der Beteiligten, der drei Jahre später seine Geschichte der Presse erzählt, bestand seine Gang aus sieben Mitgliedern. Nur drei von ihnen wurden erwischt. Allerdings habe er während der an Folter grenzenden Befragungen willkürlich Namen von älteren Bekannten (der Sicherheitsdienst wollte einfach nicht glauben, dass keine Erwachsenen an der Aktion beteiligt waren und verdächtigte die Teenager der Mitgliedschaft der Muslimbrüder) angegeben, was in der Folge zu vierundzwanzig Verhaftungen führte [17b]. Weniger der dringliche Wunsch nach einem demokratischen Wandel habe sie zu ihrer Tat inspiriert, sagt der junge Mann im Interview, sondern ihnen sei einfach langweilig gewesen. Sie hätten sich an besagtem Nachmittag über die Proteste in Tunesien und Ägypten unterhalten und sich gedacht: „Wir machen auch was.“
Auf die Sicherheitskräfte, welchen es missfällt, dass sie auf öffentlichen Plätzen „rumhängen“, sind die Jugendlichen nicht gut zu sprechen. Besonderes Augenmerk verdient der Umstand, dass die Jungen den Augenarzt Baschar al-Assad verächtlich „den Doktor“ nennen. Hieraus lässt sich auf einen Klassenunterschied schließen. Die Jungen gehören nicht einer aufgeklärten Mittelschicht an, die sich nach demokratischer Beteiligung sehnt. Ihre Unzufriedenheit entspringt mehr einer generellen Perspektivlosigkeit: Während sie voraussichtlich ihr Dasein in einer trockenen ländlichen Gegend verbringen werden, studiert Assad in Europa und sitzt nun im schönen Damaskus. Sie hassen Baschar al-Assad nicht als Präsidenten oder Alawiten, sondern als Vertreter einer sozial privilegierten Klasse. Als die Eltern der Verhafteten bei Najib vorsprechen, erwidert dieser, sie sollten „ihre Söhne vergessen.“

Am 11. März berichtete Reuters unter Berufung auf die syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA, dass syrische Sicherheitskräfte eine große Lieferung von Waffen und Sprengstoff abgefangen haben, die über die irakische Grenze ins Land gebracht werden sollte. Der Fahrer des Lastwagens gab an, dass die Waffen in Bagdad verladen worden seien und ihm eine Bezahlung von 5000 Dollar für den Transport über die syrische Grenze in Aussicht gestellt wurde. [17c] SANA veröffentlichte Bilder der Waffenlieferung, unter denen sich auch Nachtsichtgeräte befanden.


Ein weiterer „Tag des Zorns“ am 15. März 2011 kommt und geht wieder, unter nicht allzu großer Beteiligung. Einige Dutzende bis Hunderte (je nach Quelle) demonstrieren in Damaskus, Deir az-Zor und Halab und fordern u. a. die Freilassung von politischen Gefangenen.
Als Beginn der syrischen Krise kann der 18. März gesehen werden. In Daraa gehen Menschen auf die Straße, wobei die Zielscheibe im Wesentlichen Atef Najib ist: „’Als es anfing, könnte man sagen, dass es eine Revolution gegen Atef Najib war. Es gab noch viele andere Streitfragen, aber er war der Grund, aus dem die Leute auf die Straße gingen (…)‘, sagte ein Mitglied einer einflussreichen Familie in Daraa. ‚Es wurde eine Revolution gegen Baschar, aber ganz zu Beginn wollten sie einfach nur Najib loshaben, jeder hasste ihn.’“ [18]

Freilich finden sich unter den Demonstranten auch solche, die sich für Wahlen, das Ende des Notstandsgesetzes, eine Änderung des Parteiengesetzes (Artikel 8 der Verfassung), Maßnahmen gegen Korruption usw. einsetzen. Interessanterweise wird berichtet, dass von Beginn an Parolen wie „Christen nach Beirut, Alawiten in den Sarg“ auf Demonstrationen zu hören gewesen seien – ein Zeichen dafür, dass die Demonstrationen von Anfang an von extremistischen Gruppierungen unterwandert waren. „Der Spiegel“ schreibt am 6. April, dass Islamisten in den letzten Wochen – mit anderen Worten: von Anfang an – an den Kundgebungen teilgenommen hätten. [19]
Die Polizei, die wie gesagt unter Najibs Kommando steht, schießt auf die Demonstranten, vier sterben, viele (die meisten Quellen nennen die runde Zahl hundert) werden verletzt. Was mag die Polizisten zu ihrer Tat veranlasst haben? Gerieten sie in Panik, oder hatten sie Anweisung von Najib, das Feuer zu eröffnen? Waren diese Männer einfach nur Sadisten, oder sahen sie sich irgendeiner Form von Bedrohung ausgesetzt? Das kann niemand mit Gewissheit sagen. Vermutlich war es das Werk verrohter Provinzpolizisten, die in ihrem Leben noch keine Demonstration gesehen haben und mit der Situation
vollkommen überfordert waren.

An den folgenden zwei Tagen sammeln sich anlässlich der Beerdigung der Opfer weitere Demonstranten, es kommt immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Am Sonntag (20. März) entlässt der Präsident den Gouverneur von Daraa, weil dieser „krasse Fehler im Umgang mit den Protesten in der Region“ begangen habe. Behördenvertreter besuchen die Angehörigen der getöteten Demonstranten und stellen eine Bestrafung der Verantwortlichen für die Anwendung von „unverhältnismäßiger und tödlicher Gewalt“ in Aussicht. Zudem werden die inhaftierten jugendlichen Graffitisyprayer freigelassen [20]. Am gleichen Tag zünden die Demonstranten in Daraa mehrere öffentliche Gebäude wie den Justizpalast, den Sitz des Gouverneurs, das Hauptquartier der Baath-Partei sowie Filialen des privaten Mobilfunkanbieters SyriaTel, welcher einem Cousin Präsident Assads, Rami Machluf, gehört, an [21a]. SANA berichtet, dass Agitatoren zudem öffentliche Krankenhäuser angegriffen und auf Polizisten geschossen haben [21b].
Am 23. März kommen mehrere Demonstranten vor der al-Omari-Moschee (Daraa-Stadt) ums Leben, als Sicherheitskräfte das Gebäude stürmen. Während die Regierungsgegner den Vorfall als Attacke auf friedliche Demonstranten darstellen, spricht die Regierung von einer Auseinandersetzung mit einer bewaffneten Bande. [22] Laut Regierung hat sich Folgendes zugetragen: Eine „bewaffnete Gruppe“ eröffnete das Feuer auf einen Krankenwagen, der die al-Omari-Moschee passierte. Dabei wurden ein Arzt, ein Sanitäter und der Fahrer getötet. Sicherheitskräfte, welche sich in der Nähe befanden, griffen
daraufhin die Bewaffneten an, dabei kam ein Polizist ums Leben. Als die Sicherheitskräfte in die Moschee eindrangen, fanden sie dort verschiedene Waffen (u. a. Handgranaten, Maschinenpistolen und Kalaschnikows), Munition und Geldbündel vor, die die Gang dort gelagert hatte. Das syrische Fernsehen zeigte Bilder der Waffen. [23] Desweiteren heißt es, Schützen hätten sich auf den umliegenden Dächern verschanzt und feuerten auf die Zivilbevölkerung. Reporter in Daraa erhielten Todesdrohungen per SMS aus dem Ausland und würden nun um den Schutz der Sicherheitskräfte bitten.
Assad kündigt unterdessen Reformen an, insbesondere die Aufhebung des Notstandsgesetzes und des Parteiengesetzes, und stellt Lohnerhöhungen in Aussicht. [24] Weder die Opposition noch die westlichen Medien trauen dem Angebot, doch der syrische Präsident setzt seine Versprechen im Eiltempo um: Am 7. April erlässt er ein Dekret, das einem Teil der staatenlosen Kurden die Staatsbürgerschaft zuerkennt [25], und bereits am 21. April wird das Notstandsgesetz aufgehoben, Demonstrationen werden gesetzlich erlaubt und das Staatssicherheitsgericht abgeschafft. [26] (Die Verfassungsänderung, die ein Mehrparteiensystem zulässt, erfolgt indes erst 2012). Trotz der Zugeständnisse beharrt der Präsident weiter darauf, dass die Aufstände von außen provoziert würden und keine wirkliche Kluft zwischen dem Volk und der Regierung bestehe. [27] Hier ein Auszug aus seiner Rede vom 30. März vor dem Parlament: „ (…) Es wurden also drei Elemente miteinander vermischt: Aufwiegelung, Reformen und tägliche Bedürfnisse. Die meisten Syrer wollen eine Reform. Die meisten Syrer haben Bedürfnisse, auf die nicht eingegangen wird; und wir alle [gemeint ist Regierung, Parlament, etc.] diskutieren, kritisieren und haben unsere Meinungsverschiedenheiten, weil wir es nicht geschafft haben, auf viele dieser Bedürfnisse einzugehen. Aufwiegelung wurde jedoch Teil des Problems und bekam die Oberhand über die anderen beiden Faktoren [Reformen und tägliche Bedürfnisse – mit anderen Worten: die realen Missstände]. Deshalb ist es einfach, viele der Menschen in die Irre zu führen, die am Anfang mit guten Vorsätzen demonstriert haben. Man kann nicht sagen, alle diese Menschen, die da demonstrieren, seien Teil der Verschwörung. Das entspräche nicht der Wahrheit, und ich will den Sachverhalt klar und realistisch darstellen.
Die Verschwörer sind nur wenige, und das ist auch natürlich. Selbst wir hier in der Regierung verstanden – wie alle anderen auch – die Vorgänge nicht, bis Anzeichen von Sabotage auftraten. Die Dinge wurden klarer. Was ist der Zusammenhang zwischen Reformen und Sabotage? Was ist die Verbindung zwischen Reformen und Mord? Einige Fernsehstationen sprachen über den Angriff gewisser Gebäude eine Stunde vor der wirklichen Attacke. Woher wussten sie das? Können sie etwa hellsehen? Und dergleichen ist mehr als einmal vorgekommen. Sie werden sagen, dass wir an eine Verschwörungstheorie glauben. In Wirklichkeit gibt es keine Verschwörungstheorie. Es handelt sich tatsächlich um eine Verschwörung.“ [28]

Im Folgenden führt er seine „Verschwörungstheorie“ näher aus: „Viele Leute haben mir geraten, keine Details zu nennen und mich an Allgemeinheiten zu halten, aber ich werde diese Einzelheiten dennoch ausführen, um den Sachverhalt vollkommen transparent zu machen.
Alles begann mit Aufhetzungen, viele Wochen bevor die Krise in Syrien ihren Anfang nahm. Sie verwendeten Satelliten-Fernsehstationen und das Internet, konnten aber nichts erreichen. Dann wurden gefälschte Informationen produziert, Tonaufnahmen, Bilder, etc. Später wurde von den Spannungen zwischen den Sekten Gebrauch gemacht. Es wurden SMS an Mitglieder einer bestimmten Sekte geschickt, in denen behauptet wurde, eine andere Sekte versuche, sie anzugreifen. Um glaubwürdig zu sein, wurden maskierte Männer in Nachbarschaften, in denen die verschiedenen Sekten zusammenlebten, geschickt. Beiden Parteien wurde gesagt, die jeweils andere habe bereits zugeschlagen und befinde sich auf der Straße, um so eine Reaktion zu provozieren. Für eine Weile ging der Plan auf, bis es uns gelang, die Situation zu klären, indem wir die Vorstände der Gemeinden dazu brachten, sich miteinander zu unterhalten.
In der nächsten Stufe kamen Waffen zum Einsatz; es wurde willkürlich auf Menschen geschossen. Denn wenn erst einmal Blut fließt, wird es äußerst schwierig, das Problem zu lösen.
Uns ist es noch nicht gelungen, das volle Ausmaß der Verschwörung zu erfassen, da diese höchst kompliziert strukturiert ist. Es gibt Unterstützergruppen in mehr als einem Gouvernement, die mit einigen Staaten im Ausland in Verbindung stehen. Sie benutzen Mediengruppen, Gruppen, die sich mit Falsifizierungen beschäftigen und Gruppen von ‚Augenzeugen‘. (…) Bekanntlich haben einige Leute ein sehr kurzes Gedächtnis – ich weiß, dass sie in ihren Studios schon in den Startlöchern sitzen, um ihre Kommentare abzugeben. Daher will ich ihr Gedächtnis an dieser Stelle noch einmal auffrischen, indem ich wiederhole, dass ich mitnichten behaupte, dass alles, was passiert, Teil einer Verschwörung ist.“
Am 25. März wird das Armee-Hauptquartier in al-Sanamin (50 km südlich von Damaskus) von Bewaffneten angegriffen. Mehrere der Angreifer lassen dabei ihr Leben. [29]
In Latakia werden fünf bis sieben Menschen von Scharfschützen, die sich auf Dächern positioniert haben, erschossen. Die Regimegegner vermuten Sicherheitskräfte hinter dem Anschlag – die Regierung bestreitet, dass die Schützen aus ihren Reihen stammen. [30a] Übers Wochende nimmt die Zahl der Toten stetig zu; der britische „Telegraph“ spricht davon, dass an der Gewalt auch die alawitische as-Shabiha-Miliz beteiligt sei, die dem Assad-Clan loyal ist [30b].
Am 29. März tritt das Kabinett des Ministerpräsidenten zurück. Es finden sich Zehntausende – die syrischen Nachrichten sprechen gar von ein bis zwei Größenordnungen mehr – in Damaskus ein, um für den Präsidenten zu demonstrieren. In anderen Städten finden ähnliche Kundgebungen statt.Westliche Nachrichtenagenturen berichten, syrische Gewerkschaftsmitglieder hätten ihnen gegenüber angegeben, dazu angehalten worden zu sein, zur Pro-Assad-Demonstration zu erscheinen. [31a] Der Orientexperte der Universität Mainz, Prof. Günter Meyer, meint hierzu: „Zwar wurde der ländliche Raum, wo die Rebellion begonnen hat, in den letzten Jahren vernachlässigt, und eine Dürre verschärfte die Situation noch, aber gleichzeitig hat die Bevölkerung in den größten Städten Damaskus und Aleppo erheblich von den wirtschaftlichen Reformen des Regimes profitiert. Dort hat Assad den stärksten Rückhalt. Wenn also in Damaskus zwei Millionen Menschen für ihn auf die Straße gehen und von den westlichen Medien als bezahlte Jubler dargestellt werden, ist das falsch.“ [31b]
Anlässlich ähnlich großen Pro-Assad Demonstrationen im Oktober sagt der amerikanische Journalist Nir Rosen zu Al Jazeera: „Auch wenn uns der Gedanke nicht gefällt, so haben autoritäre Regime doch manchmal die Unterstützung des Volks. Unter allen arabischen Staaten hat sicherlich das syrische Regime die größte Basis an Unterstützern aus dem Volk, und ein Großteil des Landes unterstützt ihn [Assad] immer noch. Nicht nur die alawitische Gemeinschaft und die der Christen unterstützt Präsident Assad, sondern auch die sunnitische Bourgeoisie in Damaskus und Aleppo. Vielleicht fürchten sie das Unbekannte, oder den Bürgerkrieg, oder vielleicht glauben sie aufrichtig daran, dass Assad Gutes für das Land getan hat.“ [32]
Unter Berufung auf eine amtliche Quelle berichtet SANA am 1. April, Sniper hätten in Duma (einem Vorort von Damaskus) sowie Homs gleichermaßen auf Bürger und Sicherheitskräfte geschossen. [33] Eine Gruppe Bewaffneter sei festgenommen worden, als sie versuchte, eine Apotheke in Duma auszurauben. Dabei hätten die Männer auch das Feuer auf Zivilisten eröffnet, welche versuchten, die Sicherheitskräfte bei der Festnahme der Bewaffneten zu unterstützen. [34a] Aus Sicht westlicher Medien, die sich auf Augenzeugen und Aktivisten berufen, hätten Demonstranten friedlich für bürgerliche Freiheiten demonstriert, woraufhin die Sicherheitskräfte grundlos auf sie geschossen hätten.

Um die Islamisten unter den Demonstranten zu besänftigen, lässt Assad am 6.April im Staatsfernsehen melden, dass alle im Bildungssektor angestellten Frauen, die wegen Tragens eines Gesichtsschleiers in den Innendienst versetzt worden waren, ihre Dozententätigkeit wieder aufnehmen können [34b]. In einem Versuch, Staat und Kirche so gut es geht zu trennen, hatte der Präsident 2010 das Tragen des „Niqab“ allen Frauen, die im Bildungssektor tätig sind, verboten. Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu: „Die Debatte um den Niqab, der das Gesicht bis auf die Augen verhüllt und den Körper mit einem weiten Gewand bedeckt [Anmerkung: Der Niqab ist ein Gesichtsschleier, und bedeckt nicht, wie der Journalist behauptet, den ganzen Körper. Allerdings wird er oft in Verbindung mit einem „Tschador“ getragen, wodurch sich faktisch der Effekt einer „Burka“ (Vollverschleierung) ergibt], irritiert die arabischen Gesellschaften. Jetzt hat sie auch das als säkular gerühmte Syrien erreicht: Die Regierung hat den Vollschleier an Schulen und Hochschulen verboten. ‚Wir haben den Universitäten angeordnet, dass Frauen mit Niqab nicht aufgenommen werden dürfen‘, so ein Offizieller [34c].“

Am 8. April eröffnen laut syrischer Medien Bewaffnete das Feuer sowohl auf Bürger als auch auf Sicherheitskräfte in Daraa. [35] Die Quelle aus dem Innenministerium, auf die sich „Tishreen“ (staatlich syrische Zeitung) beruft, sagt, die Polizisten seien unbewaffnet gewesen, da eine strikte Anweisung allen Sicherheitskräften, die ihren Dienst in der Nähe größerer Menschenmengen absolvieren, das Tragen von Schusswaffen verbiete. Zuvor hatte das syrische Fernsehen Filmmaterial gezeigt, auf dem zu sehen war, wie Sniper auf Bürger und Polizisten schießen. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte, Samer Wassouf, der von einer Kugel in den Fuß getroffen wurde, sagt, dass Bewaffnete die Polizeistation von Talldaw angegriffen hätten, dabei nach dem Zufallsprinzip auf Polizisten und das Gebäude schießend. Dass in der Tat auch die Sicherheitskräfte ins Visier der Sniper genommen werden, bestreitet auch die Opposition nicht, wie aus einem „Al Jazeera“-Bericht Ende des Monats hervorgeht. [36] Ihrer Auslegung nach gehörten diese Sniper aber den syrischen Sicherheitskräften an, welche absichtlich auf ihre eigenen Kollegen feuern würden.
„Der Spiegel“, den ich ab sofort als Repräsentanten der deutschsprachigen/westlichen Medien heranziehen werde – die Berichte in verschiedenen großen Zeitungen unterscheiden sich bisweilen nur in der Satzstellung – schreibt über dasselbe Ereignis unter Berufung auf Augenzeugen, dass 22 Menschen getötet worden seien, als die Sicherheitskräfte grundlos das Feuer auf eine Menge von 4000 Demonstranten eröffneten. [37]
Am 11. April geraten Sicherheitskräfte auf dem Highway, welcher Latakia und Tartus verbindet, nahe Banyas in einen Hinterhalt. Neun Soldaten sterben, darunter zwei hochrangige Offiziere. Dutzende werden verletzt. [38] „Der Spiegel“ berichtet unter Berufung auf Augenzeugen und einen anonymen Aktivisten, dass Sicherheitskräfte in Form von Straßenblockaden Banyas abriegeln. Soldaten seien mit Jeeps angerückt und Panzer hätten vor der Küstenstadt Stellung bezogen. [39]
Mit einem solchen Aufgebot gegen unbewaffnete Demonstranten vorzugehen, ist ein in militärischer Hinsicht höchst bemerkenswerter Schachzug und höchstwahrscheinlich in der Geschichte beispiellos.
Am 14. April nimmt die libanesische Grenzpolizei zwei Männer fest, einen Syrer und einen Libanesen, die nach Syrien einreisen wollten. In den jeweiligen Fahrzeugen der Männer finden sich Kalaschnikows, halbautomatische Waffen und einige Bomben. [40]
In Homs wird am 17. April Brigadegeneral Khodr Tellawi, ein Angehöriger der alawitischen Glaubensrichtung, zusammen mit seinen zwei halbwüchsigen Söhnen und einem Neffen, getötet. Der General, der zum Tatzeitpunkt nicht im Dienst war, sowie die Söhne und Neffen wurden aus dem Auto gezerrt, getötet und verstümmelt. Während die Regierung die Tat bewaffneten Rebellen zuschreibt, hat die Opposition eine einleuchtende Erklärung parat: Der syrische Geheimdienst habe die vier exekutiert, da sie Anzeichen von Sympathien mit den Protestierenden zeigten. [41]
Am selben Tag wird ein Lastwagen an der irakischen Grenze aufgehalten. [42] Es werden Waffen gefunden, darunter automatische Schusswaffen, Scharfschützengewehre, Nachtsichtgeräte, Granatenwerfer und große Mengen verschiedenster Munition. In der letzten Zeit seien mehrere derartiger Waffenlieferungen abgefangen worden, sagt der Leiter der syrischen Zollstation Mustafa al-Bikai.
Der Fahrer des Lastwagens, ein Iraker namens Hussein Karim Jabbar behauptete im syrischen Fernsehen, pro Fahrt eine Bezahlung von 20.000 Dollar zu erhalten.
Die „Washington Post“ berichtet am selben Tag von einer von Wikileaks veröffentlichten US-Depesche, der zufolge die USA syrische Oppositionsgruppen und andere gegen die syrische Regierung gerichtete Projekte mit mindestens sechs Millionen US-Dollar unterstützt haben. [43a] Die Zahlungen begannen 2005 unter der Bush-Administration und wurden bis mindestens Ende September 2010 fortgesetzt. Der in London ansässige Fernsehsender BaradaTV, der Anti-Regime-Sendungen nach Syrien ausstrahlt, soll davon besonders profitiert haben. Der Sender habe enge Verbindungen zu einem Netzwerk aus in London lebenden Exilsyrern, der „Bewegung für Gerechtigkeit und Entwicklung“, die an einem Regime-Change in Syrien arbeiten. Deren Führer werden von den US-Depeschen als „moderate, liberale Islamisten“ beschrieben. Sie sind ehemalige Mitglieder der Muslimbruderschaft und setzen sich offen für den Sturz des syrischen Präsidenten ein.
Die Finanzierung der „Bewegung für Gerechtigkeit und Entwicklung“ durch das US State Departement läuft über eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Los Angeles, die den klangvollen Namen „Democracy Council“ trägt. Wie aus den US-Depeschen hervorgeht, zeigen sich US-Diplomaten ab 2009 zunehmend besorgt, dass der syrische Geheimdienst dem Ganzen auf die Schliche gekommen sei. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch eine Passage aus Peter Scholl Latours Buch „Der Fluch der bösen Tat“ [43b]. Scholl-Latour beschreibt die Begegnung mit einem Offizier der Rebellengruppe „Freie Syrische Armee“, der vordem als Major in der syrischen Armee gedient hatte: „Er [gemeint ist besagter Major] könne jedoch bezeugen, daß der Aufruhr von Deraa nicht ganz spontan ausgebrochen sei. Er selbst wurde bereits ein Jahr zuvor [als er noch bei der Regierungsarmee diente] von jordanischen und getarnten amerikanischen Agenten kontaktiert. Unter Zusicherung finanzieller Vorteile wollten sie ihn dazu ermutigen, sich einer umstürzlerischen ‘Freien Syrischen Armee’ anzuschließen. Die Strukturen dieser Truppe wären auf jordanischem Boden bereitgestellt. Dank massiver Finanzierung durch Saudi-Arabien und das Emirat Qatar, aber auch unter der Regie der CIA habe die Aufrüstung der Rebellen mit modernem Kriegsgerät stattgefunden.“ Der Major geht übrigens zu diesem Zeitpunkt nicht auf das Angebot ein. Er tritt der FSA erst später bei, als sein Bruder unter der Anklage, Beziehungen zur Muslimbruderschaft zu unterhalten, vom syrischen Geheimdienst verhaftet wird. Der ehemalige französische Außenminister Roland Dumas berichtete in einem Fernseh-Interview [43c,43d], dass Großbritannien bereits seit 2009 eine verdeckte Mission in Syrien plante: „Zwei Jahre vor den Gewaltausbrüchen in Syrien war ich aus Geschäftsgründen in England. Ich traf mich mit hohen britischen Regierungsvertretern, die mir gestanden, dass sie etwas in Syrien vorbereiteten. Wohlgemerkt, das war in Großbritannien, nicht Amerika. Großbritannien bereitete bewaffnete Kämpfer darauf vor, in Syrien einzumarschieren.“

Vor diesem Hintergrund wird etwas verständlicher, weshalb Baschar al-Assad sich nicht allzu sehr beeilt hat, den Polizeiapparat seines Vaters abzubauen – die Beziehungen zwischen Washington und Damaskus sind seit längerem angespannt, mit einem Tiefpunkt im Jahr 2005. Um das Verhältnis zu Israel steht es sogar noch schlimmer.
Am 19. April stimmt das Kabinett einem Gesetzesentwurf zur Aufhebung des Notstandsgesetzes sowie der Staatssicherheitsgerichte zu, Demonstrationen werden erlaubt. Paradoxerweise unterdrücken die Sicherheitskräfte laut Augenzeugenberichten die Demonstranten mit unverminderter Gewalt. [44] Die Demonstrationen gehen weiter, obwohl der Präsident auf alle Forderungen eingegangen ist und an einer Verfassungsänderung arbeitet, die ein Mehrparteiensystem einführen soll.
Am 21. April setzt der Präsident seine Unterschrift unter den Gesetzesentwurf. Nun sind die Reformen offiziell.
Einen Tag später werden siebzig Menschen in Syrien getötet, wie Menschenrechtsaktivisten berichten. In Asraa eröffnen Sniper von Dächern aus das Feuer auf Zivilisten, achtzehn Menschen sterben. [45]
Weitere vier Tage vergehen – wir schreiben den 25. April – und schon rückt die Armee mit Panzern und 3000 Mann gegen Daraa-Stadt vor, melden Aktivisten ausländischen Nachrichtenagenturen. [46] Nach dem Eintreffen der Sicherheitskräfte seien umgehend heftige Schusswechsel zu hören gewesen. Da zu einem Schusswechsel immer zwei Parteien benötigt werden, darf der Schluss gewagt werden, dass zumindest einige der unbewaffneten Demonstranten bewaffnet gewesen sind. In Nawa richten Einwohner aus Furcht vor der Armee – die wohlgemerkt eine Volksarmee und keine Söldnerarmee ist
– Straßensperren ein. Manche von ihnen seien bewaffnet, sagen die Aktivisten. Woher sie die Waffen haben, erläutern die Informanten leider nicht. Vielleicht stammen besagte Waffen ja von Überläufern aus der Armee, die es nicht mehr übers Herz bringen konnten, auf die eigene Bevölkerung zu schießen. Vielleicht kamen sie aber auch über die jordanische Grenze ins Land – das Gouvernement Daraa grenzt direkt an Jordanien –, wodurch auch der Umstand, dass besagte Grenze im Rahmen des Einsatzes der syrischen Armee gesperrt wurde, eine natürliche Erklärung fände. Und auch die Maßnahme der
Regierung, Panzer und ein beachtliches Aufgebot an Soldaten einzusetzen, wirkt vor diesem Hintergrund weniger befremdlich. “Jeden Tag gibt die Opposition eine Opferzahl an”, sagte Nir Rosen in einem Al-Jazeera-Interview, „in der Regel ohne Angabe der Todesursache. Viele der Getöteten sind in Wirklichkeit tote Oppositionskämpfer, aber der Grund ihres Todes wird geheim gehalten, und sie werden in Berichten als unschuldige Zivilisten beschrieben, die durch die Sicherheitskräfte getötet wurden, so als hätten sie lediglich demonstriert oder wären friedlich in ihren Häusern gesessen. Natürlich kommt so etwas auch wirklich regelmäßig vor. Und täglich werden auch Mitglieder der syrischen Armee, der Sicherheitskräfte und der „Shabiha“ von Rebellen getötet.“ [47]

Anmerkung: Vor kurzem habe ich eine Übersetzung dieses Artikels ins Englische auf meine Webseite gestellt.

Quellen:

[1] „’Tag des Zorns‘ scheitert in Syrien am Regime“ (Die Welt): http://www.welt.de/politik/ausland/article12449794/Tag-des-
Zorns-scheitert-in-Syrien-am-Regime.html
[2] „’Tag des Zorns‘ in Syrien“ (FAZ): http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/aufruhr-in-der-arabischen-welttag-
des-zorns-in-syrien-1596760.html
[3] „’Tag des Zorns‘ in Syrien fällt aus“ (Die Zeit): http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-02/syrien-protest-assad/seite-1
[4] „Calls for weekend protests in Syria“ (Al Jazeera):
http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2011/02/201122171649677912.html
[5] „Syria blocks Facebook in Internet-crackdown“: http://www.reuters.com/article/2007/11/23/us-syria-facebook-idUSOWE37285020071123
Anmerkung: Reuters bezieht sich allerdings ausschließlich auf die Angaben von „Facebook-Nutzern“.
[6] „Facebook and Youtube in Syria unblocked today”: http://thenextweb.com/me/2011/02/08/facebook-and-youtube-to-be-unblocked-in-syria-today/

[7] „Syrien: Leere am ‚Tag der Wut’” (GlobalVoices): http://de.globalvoicesonline.org/2011/02/06/syrien-leere-am-tag-der-wut/
[8] Anmerkung: Die damalige Regierung rechtfertigte dies damit, dass besagte Kurden illegal aus der Türkei und dem Irak nach Syrien gekommen und damit keine syrischen Staatsbürger seien. Ungefähr 120.000 Kurden wurde die syrische Staatsbürgerschaft aberkannt
[9] „Tribalism and the Syrian Crisis” (Al Monitor): http://www.al-monitor.com/pulse/culture/2013/01/tribalism-clans-syria.html#
[10a] „Head of Syrian-Kurdish Initiative: western hostile departments try to imitate chaos, Daraa citizens reject acts of
troublemakers” (IMRA mit Verweis auf SANA): http://www.imra.org.il/story.php3?id=51474

[10b] „Christen in Syrien: ‚Mit Assad leben wir besser'“ (tagesschau): https://www.tagesschau.de/ausland/syrien-christen-ostern100.html

[10c]: „Syrischer Patriarch kritisiert Deutschlands Flüchtlingspolitik“ (FAZ): http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/syrischer-patriarch-kritisiert-deutschlands-fluechtlingspolitik-13893521.html

[10d] „Das syrische Modell friedlicher Koexistenz: Muslime, Christen, Juden“ (Universität Heidelberg): https://www.uni-heidelberg.de/presse/news09/pm290710-2syr.html
[11a] „Sowing the Seeds of Dissent: Economic Grievances and the Syrian Social Contract’s Unraveling” (jadaliyya)
http://www.jadaliyya.com/pages/index/4383/sowing-the-seeds-of-dissent_economic-grievances-an

[11b] „Q&A: Nir Rosen on Syria’s armed opposition” (Al Jazeera): http://www.aljazeera.com/indepth/features/2012/02/201221315020166516.html

[12] „Kairo: Arabische Konferenz verlangt Versammlungsfreiheit“: http://www.thomas-dehler-stiftung.de/Aktuelles-International/617c2422i1p/index.html
[13] „Interview with Syrian President Bashar al-Assad“ (Wall Street Journal):
http://www.wsj.com/articles/SB10001424052748703833204576114712441122894
[14] „Reformen in Syrien ‚unbedingt erforderlich’“ (Deutschlandradio Kultur): http://www.deutschlandradiokultur.de/reformenin-syrien-unbedingt-erforderlich.1008.de.html?dram:article_id=163907
[15] „President Bashar al-Assads Speech to the People’s Assembly, March 30th, 2011”:
http://www.presidentassad.net/index.php?option=com_content&view=article&id=305:president-bashar-al-assad-s-a-speechat-the-people-s-assembly-march-30-2011&catid=117&Itemid=496
Anmerkung: Vollständige Rede ab der zweiten Hälfte des Artikels

[16] Die Anzahl variiert je nach Quelle von drei bis zwanzig. Da sich meine Darstellung jedoch auf die Aussagen eines der Beteiligen beruft, gehe ich davon aus, dass sie die korrekte ist.Überhaupt darf man sich auf Zahlen nicht verlassen: Nicht
einmal die Einwohnerzahl von Daraa-Stadt kann korrekt wiedergegeben werden. Bisweilen liest man in westlichen Medien,
bis zu 300.000 Menschen lebten dort, während 80.000 – 100.000 dem wahren Wert näher kommt. Aus hundert Demonstranten werden tausend, aus tausend zehntausend, aus zehntausenden eine Million. Wenn es dann erst ans Zählen von Toten und Verletzten geht, ist vollständiges Chaos angesagt.
[17a] „Der Bürgerkrieg in Syrien begann mit diesem Jungen“ (Die Welt): http://www.welt.de/politik/ausland/article119580585/Der-Buergerkrieg-in-Syrien-begann-mit-diesem-Jungen.html

[17b] Aufschlussreicher ist die englischsprachige Quelle, die im Gegensatz zur deutschsprachigen auch angibt, dass die Gruppe aus sieben Jugendlichen bestanden hat, von denen nur drei erwischt wurden: “Revealed: The boy prankster who triggered Syria’s bloody genocide with slogans sprayed in his schoolyard”: http://www.dailymail.co.uk/news/article-2315888/Revealed-The-boy-prankster-triggered-Syrias-bloody-genocide-slogans-sprayed-schoolyard.html

[17c] “Syria says seizes weapons smuggled from Iraq” (Reuters): http://www.reuters.com/article/us-syria-iraq-idUSTRE72A3MI20110311

[18] „The man who ignited the Syrian revolution“ (The National): http://www.thenational.ae/world/syria/the-man-who-ignited-the-syrian-revolution
[19] „Proteste in Syrien: Assad buhlt um Islamisten“ (Der Spiegel): http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-syrien-assad-buhlt-um-islamisten-a-755495.html
[20] Aufstand in Syrien: Assad entlässt Gouverneur der Unruheprovinz (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/aufstand-in-syrien-assad-entlaesst-gouverneur-der-unruheprovinz-a-752116.html
[21a] „Das syrische Regime lässt auf Demonstranten feuern“ (Die Zeit): http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-03/syrien-unruhen
Anmerkung: Man beachte, wie der Zeit-Autor ganz im Geiste der Gleichberechtigung der Geschlechter von „Schülerinnen
und Schülern“ schreibt.

[21b] „Officers Fire on Crowd, as Syrian Protests Grow“ (New York Times): http://www.nytimes.com/2011/03/21/world/middleeast/21syria.html?_r=1
[22] „Proteste in Syrien: Polizei schießt erneut auf Demonstranten“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-daraa-polizei-schiesst-erneut-auf-demonstranten-in-syrien-a-752837.html

[23] „Official source: Armed Gang Attacks Medical Team in Daraa, Killing Doctor, Paramedic, Driver, Security Member”
(Tishreen): http://tishreen.news.sy/tishreen/public/read/224540
[24] „Reformversprechen: Blutige Unruhen bringen Assad in Defensive“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/reformversprechen-blutige-unruhen-bringen-assad-in-die-defensive-a-753037.html
[25] „Unruhen in Arabien: Mann in Jordanien zündet sich selbst an“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/unruhen-in-arabien-mann-in-jordanien-zuendet-sich-selbst-an-a-755762.html
[26] „Syriens Regierung hebt Notstandsgesetze auf“ (Die Zeit): http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-04/proteste-syrien-notstandsgesetz
[27] „Syriens Assad: ‚Wer die Schlacht haben will, kann sie haben.’“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/syriens-assad-wer-die-schlacht-haben-will-kann-sie-haben-a-754119.html
[28] „President Bashar al-Assads Speech to the People’s Assembly, March 30th, 2011”:
http://www.presidentassad.net/index.php?option=com_content&view=article&id=305:president-bashar-al-assad-s-a-speechat-the-people-s-assembly-march-30-2011&catid=117&Itemid=496
Anmerkung: Vollständige Rede ab der zweiten Hälfte des Artikels

[29] „Armed Gang Attacks People`s Army Headquarter, Several Attackers killed” (Tishreen):
http://tishreen.news.sy/tishreen/public/read/224720
[30a] „Syrien: Tote bei Protesten gegen die Regierung” (Der Spiegel): http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-tote-beiprotesten-gegen-regierung-a-753393.html

[30b] „Syria: Feared militias kill up to 21 people as protests continue“ (The Telegraph): http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/8409870/Syria-feared-militia-kills-up-to-21-people-as-protests-continue.html
[31a] „Massenproteste in Syrien: Assad wechselt seine Regierung aus“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/massenproteste-in-syrien-assad-wechselt-seine-regierung-aus-a-753852.html

[31b] „So eine Form von Desinformation habe ich noch nie erlebt“ (Magazin Uni Mainz): http://www.magazin.uni-mainz.de/544_DEU_HTML.php

[32] „Thousands rally in support of Syria’s Assad” (Al Jazeera):
http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2011/10/20111012103639234331.html
[33] „Syrien: Mehrere Tote am Tag der Märtyrer“ (Der Spiegel): http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-mehrere-tote-amtag-der-maertyrer-a-754625.html
[34a] „Security Authorities Arrest Two Armed Gangs Firing at Citizens in Damascus Countryside” (Tishreen):
http://tishreen.news.sy/tishreen/public/read/225259

[34b] „Proteste in Syrien: Assad buhlt um Islamisten“ (Der Spiegel): http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-syrien-assad-buhlt-um-islamisten-a-755495.html

[34c] „Als der Schleier fiel“ (Süddeutsche Zeitung): http://www.sueddeutsche.de/kultur/syrien-verbot-des-niqab-als-der-schleier-fiel-1.977595
[35] „Official Source: Armed Groups Shoot Citizens, Policemen in Daraa, Claim Scores of Lives” (Tishreen):
http://tishreen.news.sy/tishreen/public/read/225994
[36] „Deraa: A city under a dark siege“ (Al Jazeera):
http://www.aljazeera.com/indepth/features/2011/04/2011427215943692865.html
[37] „Blutiger Freitag: Syrien setzt Scharfschützen auf Demonstranten an” (Der Spiegel)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/blutiger-freitag-syrien-setzt-scharfschuetzen-auf-demonstranten-an-a-755972.html
Anmerkung: Dass der Autor selbigen Textes “Alawiten” mit “Alewiten” verwechselt, kann ja mal passieren. Vielleicht handelt
es sich auch nur um einen Tippfehler.
[38] „Syrian Army Martyrs Laid to Rest” (Tishreen): http://tishreen.news.sy/tishreen/public/read/226257
Anmerkung: Die Quelle gibt die Namen der Getöteten and sowie diejenigen der Verletzten.

[39] „Proteste in Syrien: Sicherheitskräfte riegeln Hafenstadt Banjas ab“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-syrien-sicherheitskraefte-riegeln-hafenstadt-banjas-ab-a-756263.html
[40] „Lebanese Border Police Seizes Two Cars Packed with Weapons Heading to Syria” (Tishreen):
http://tishreen.news.sy/tishreen/public/read/226580
[41] „Syria’s military shows signs of division amid crackdown” (The Christian Science Monitor):
http://www.csmonitor.com/World/Middle-East/2011/0425/Syria-s-military-shows-signs-of-division-amid-crackdown/%28page%29/2
[42] „Authorities Seize Huge Weapons Consignment Bound for Syria” (Tishreen):
http://tishreen.news.sy/tishreen/public/read/226861
[43a] „U.S. secretly backed Syrian opposition groups, cables released by WikiLeaks show” (Washington Post):
http://www.washingtonpost.com/world/us-secretly-backed-syrian-opposition-groups-cables-released-by-wikileaksshow/
2011/04/14/AF1p9hwD_story.html

[43b] Peter Scholl-Latour: „Der Fluch der Bösen Tat“. Die Passage findet man auf meiner Webseite: https://diewirklichewirklichkeit.com/2015/09/05/gespraech-peter-scholl-latours-mit-einem-offizier-der-freien-syrischen-armee-ueber-die-hintergruende-der-revolution-in-syrien/

[43c] https://www.youtube.com/watch?v=jeyRwFHR8WY

[43d] „Syria intervention plan fueled by oil interests, not chemical weapon concern” (The Guardian): https://www.theguardian.com/environment/earth-insight/2013/aug/30/syria-chemical-attack-war-intervention-oil-gas-energy-pipelines

[44] „Syrien: Assad lässt auf Demonstranten schießen“ (Der Spiegel): http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-assadlaesst-auf-demonstranten-schiessen-a-758102.html
[45] „Aufstand in Syrien: Assad lässt auf Demonstranten schießen“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/aufstand-in-syrien-assad-laesst-auf-demonstranten-schiessen-a-758724.html
[46] „Panzereinsatz: Syrische Soldaten stürmen Protesthochburgen“ (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/panzereinsatz-syrische-soldaten-stuermen-protest-hochburgen-a-758871.html

[47] „Q&A: Nir Rosen on Syria’s armed opposition” (Al Jazeera): http://www.aljazeera.com/indepth/features/2012/02/201221315020166516.html

(1) Quelle Bild: www:http://penzanews.ru/en/